Es amseln die Zwitschern - eine Autorenlesung am Welttag des Buches 2026
- vor 2 Tagen
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Am 23. April begeisterte der Literat Uwe-Michael Gutzschhahn alias Moritz Eidechser die Kinder der Grundschule Gochsheim für Lyrik.
Von Peter Volz für die Grundschule Gochsheim
Drei Klassenstufen der Grundschule Gochsheim erlebten mit ihren Lehrkräften vergnügliche einstündige Autorenlesungen mit Uwe-Michael Gutzschhahn, dem Autor von Kinder- und Jugendbüchern, Gedichten und Erzählungen aus Cuxhaven (dort, wo die Elbe in die Nordsee mündet). 1952 geboren, wuchs er im Rheinland (Dortmund und Bochum) auf, wo er auch studierte und promovierte. Er lebte 30 Jahre in München und jetzt eben im Norden am Meer, das auch in seinen Werken auftaucht, zusammen mit den dort heimischen Tieren. Tiere spielen überhaupt in seinen Sprachschöpfungen eine wichtige Rolle, was auch sein Pseudonym „Eidechser“ erklärt.

Zunächst hörten die Kinder einige Gedichte aus dem Bändchen „Die Muße der Mäuse“. Ein Gedicht ist Nele gewidmet, die er als Kind traf und offensichtlich sehr mochte. Er habe bereits als Kind mit dem Gedichtschreiben begonnen, wobei er auch Gedichte anderer Schreiber verarbeitete, verrät er auf Nachfrage. Lachen und Beifall erntet der Autor auch für sein erfolgreichstes Gedicht „Krähen“, das in einen Münchner Park entführt, in dem es wenige Menschen, aber viele Krähen gibt.

Im Gedicht „Kopfstand“ spürt man die Lust des Dichters, Unsinniges zu vertexten. Es grillen die Zirpen, es pferden die Wieher. Im Gedicht „Verträumter Hund“ ergänzen die Zuhörenden die erwarteten Reimwörter, bekommen dann aber ganz andere, überraschende Lösungen.

Bisher sind vier Bücher mit Kindergedichten von Gutzschhahn erschienen, im nächsten Frühjahr folgt ein weiteres, aus dem der Dichter einige Werke vortrug. Ist „Nicht doch“ heiter und frech, so lässt „Eintagsfliegen“ zumindest erwachsene Zuhörer nachdenklich werden. Bei A-Gedicht „Alter Wal“ zählten die Kinder die Anzahl des Vokals: 56 A. Bei „Handstand auf dem Fahrrad“ ersetzt der Schreiber die Silbe „acht“ durch die Ziffer 8. Mit seinem Schimpfwortgedicht verabschiedete sich der Dichter, erntete reichen Beifall und den Dank von Rektorin Andrea Maier, bevor er seine Autogrammkarten an die geduldig wartenden Kinder verteilte. Die Lesung ermutigte zum Umgang mit Reimen und weckte Spaß an der Sprachgestaltung.
Text von Peter Volz






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